Lu Sand’Andonje: Das schönste Winterfest
Was tun

Der Heilige und der Teufel. Die Geschichte ist faszinierend, und dann ist da noch das Schwein, das mag profan erscheinen, aber der Tradition und Ikonographie nach, ist das Schwein eines der Tiere, die den hl. Antonius begleiten, den in den Abruzzen stark verehrten Heiligen, der aufgrund seines Namenstages am 17. Januar von jeher mit den Ritualen des Schweineschlachtens in Verbindung gebracht wurde, denn das Schwein ist das populärste Tier von allen, das im Haus aufgezogen und gehätschelt wurde, damit es dann um so besser schmecke. Diesen Termin sollte man nicht verpassen: er wiederholt sich pünktlich jedes Jahr seit mehr als zwanzig Jahren, immer vom 16. bis 18. Januar in Cermignano: “Lu Sand’Andonje”. Das Fest zu Ehren des Heiligen, aber auch vor allem jener Tiere, deren Schutzpatron er ist. In diesem Ort, im Tal der Abteien, mit dem feierlich aufragendem Turm Montegualtieri wird drei Tage lang der Überfluss auf den Tischen nach „lu ccite de lu porche” d.h. der Schlachtung der Schweine gefeiert,: Leber- und Fleischwürste und Cotechini, begossen mit gutem Montonico-Wein werden den “li sandandonjire” dargeboten, die bettelnd von Haus zu Haus ziehen und mit Musik in Reimen den Sieg des Heiligen über den Teufel feiern. .
Cermignano, ist dank des Kulturvereins “Lu sand’Andonje” und seiner Sammlung von Bittgesängen ein Bezugspunkt für die Musikethnologieforschung geworden. Diese Tradition ruft die Geschichte der fröhlichen mittelalterlichen Kompagnien in Erinnerung, die mit ihrem volkstümlichem Theater von Dorf zu Dorf zogen.
Die klassische Ikonographie hat eine weitere Delikatesse aus Teramo inspiriert : “li cillitt’di Sand’Andonije“, wörtlich die Vögelchen von St. Antonius, eine Süßspeise in der charakteristischen Form eines Vogels, normalerweise mit Marmelade, Zartbitterschokolade, gehackten und gerösteten Mandeln, geraspelter Zitronenschale, etwas Kaffee, einer Prise Zimt und Zucker gefüllt. Dazu gehört ein Glas “Vino cotto”.