La Tacchinella - Die Flagge im Schneehaus
Was tun

“Jede Tradition ist Innovation die einstmals Erfolg hatte” Das Aphorismus-Manifest eines der großen Weinproduzenten Italiens gilt auch für das heute klassische und absolut traditionelle Rezept des Truthahns „alla Canzanese“ (das von einem Konsortium von Züchtern aus 4 Gemeinden, den „4 Cs“ Canzano, Castellalto, Cellino und Cermigliano garantiert wird, und Tiere aus Bodenhaltung und Zubereitungsregeln vorsieht.) Bei dem Truthahn handelt es sich allerdings um Pute, da die Regel vorsieht, dass nur das beste Fleisch des Weibchens verwendet werde: diese sind dazu bestimmt (mit den „ad hoc“ verarbeiteten Knochen und Salz, Knoblauch und Gewürzen) eine köstliche Brühe zu ergeben, aus der die geschmackvolle Gelatine gewonnen wird in der, nach langsamen Kochen sorgfältig tranchiert, die Fleischstücke serviert werden. Wir sagten Innovation: Das Rezept geht “nur” auf Mitte des 19. Jh. zurück und brauchte dann noch einige Zeit bis zwei scharfsinnige Schlachter aus Canzano aus dem Festtagsgericht einen genialen Takeaway-Jolly machten: Gourmetgericht auf den Tafeln aber auch Luxus- Street-food. Es gibt einen Ort wo das Banner dieses Gerichts hoch gehalten wird: Ein von zwei Familien geführtes Lokal mit dem sinnstiftenden Namensschild (La Tacchinella eben); Angefangen haben sie in sehr einfacher Weise (ein Raum in dem man den im Haus zubereiteten Truthahn mit einem Glas Wein kosten konnte), um dann nach und nach, dank des anerkannten Kochtalentes von Frau Aurora und heute dank des Beitrags der neuen Generation, zu wachsen. Das Menu ist streng ortsbezogen (ebenso wie die Weine) mit zusätzlich einigen „Atout“ von speziellen Attraktionen, wie das unterirdische Schneehaus, ein tausendjähriges Lager und Kühlschrank arabischen Ursprungs, dank der Gabe von Mutter Natur. Heute ist es das ideale Ambiente für deliziöse Dinner mit einzigartiger Stimmung.

Wo und Was

Truthahn, Stör und antike Spitze. Diesem wunderbaren, auf den sanften Hügeln zwischen dem Vomano und dem Torsino gelegenen Ort, hätte sicherlich das edle Gericht und die hier noch weit verbreitete Kunst der Spitzenklöpplerinnen, mit den feinen Ausstattungen gewidmeten Ausstellungen, gereicht, um einen Besuch zu lohnen, auf dass man ihn in Erinnerung behalte. Aber Canzano liebt den Überfluss und legt noch den “süßen Stör” obendrauf, der nichts mit dem Nordfisch zu tun hat, der die Flüsse hinauf schwimmt: Es handelt sich um eine reichhaltige Süßpeise aus Marzipan, Creme und Schokolade, überzogen mit Zuckerglasur. Das Rezept wird in Canzano von Generation zu Generation weitergegeben und ist der Beweis, dass der Apennin ein Schrein voller önogastronomischer Schätze ist. In privaten Haushalten findet er sich an wichtigen Feiertagen und wurde von der Öffentlichkeit auch dank Veranstaltungen wie “Tacchinando” die Ende Juli stattfindet sowie “Tacchino d’inverno”, in der Vorweihnachtszeit (ideale Schlachtzeit der Truthähne, die rigoros nur freilaufend gezüchtet werden) wieder entdeckt. Vom Weltlichen zum Heiligen: Canzano hat “seine” Kirche der Wundertaten: Die Kirche der Madonna dell’Alno, die im Mai gefeiert wird. Der gesamte Ort ist es wert aufmerksam besichtigt zu werden, denn wir befinden uns vor einer seltenen Konzentration von altertümlichen Gebäuden, Bögen, Türmen, Toren und Treppen, eingeschlossen in einem Mauerring außerhalb dessen sich das Tal öffnet und man den Gran Sasso bewundern kann.